Es geht los

Der Wecker klingelt um 3. Nach fast fünf Stunden Schlaf irritiert mich zwar der Klingelton, aber ich bin schnell munter. Wir frühstücken noch, ich packe die letzten Sachen in den Koffer, 3:45 Uhr fahren wir los zum BER.

Die ganze Abfertigung ging entspannt und recht schnell. Bei der Sicherheitskontrolle gabs natürlich wieder Sprengstoffkontrolle. Aber das bin ich ja gewohnt. Sobald ich die Kamera dabei habe, bin ich dran 😉 Diesmal sogar auch beim PC. Kurz nach 4 waren wir dann schon durch und wir haben noch viel Zeit. Der Flieger geht ja erst kurz vor 7 nach Frankfurt am Main.

Ich habe einen Fensterplatz. Trotzdem der Flieger ausgebucht sein soll, sitze ich allein – und genieße es.

Wir fliegen bei Sonnenaufgang los. Das Licht über den Wolken ist faszinierend.

Am Flughafen Frankfurt am Main kamen wir weit draußen zum Stehen. Das sollte sich heute den ganzen Tag lang durchziehen. Es gab erst mal eine richtig große Flughafen-Rundfahrt. Weiter gings dann mit dem Sky-Line zum Terminal 2 und dort fast ein Schock. An unserem Abfertigungsschalter gabs eine unendlich lange Schlange. Die etwas süffisante Bemerkung am Info-Schalter half uns dann auch nicht weiter. „Bei uns sind alle gleich. Und die 250 Menschen hier sind in zwei Stunden durch.“ Wir brauchten ja nur unsere Bordkarten, Gepäck war durchgecheckt und Plätze auch reserviert. In Berlin hörte sich das beim Einchecken noch so einfach und schnell an. Wir schafften es jedoch schon in einer Stunde, obwohl fast unmittelbar vor uns noch so ein Willy Wichtig seine ganze Reisegruppe zusammengesammelt hatte und uns vor die Nase setzte. Es war etwas unverschämt, dass junge Leute sich vordrängeln und ein über 70-jähriges Ehepaar direkt vor uns einfach warten ließ.

Ein schöner Starbucks-Kaffee entschädigte uns. Es dauerte gar nicht mehr lange, dann war Boarding. Die Sicherheitskontrolle, die wir nochmals durchlaufen mussten, war unmittelbar am Gate. Diesmal war alles gut und entspannt. Erfahrungsgemäß macht nur Berlin immer den Stress mit den Sprengstoff-Tests.

Es lagen nun ca. über 4800 km vor mir, reichlich fünfeinhalb Stunden Flug. Es ging direkt über die kürzeste Distanz über Berlin und an Warschau vorbei über Vilnius, Moskau, Kaluga, Orenburg und über den Aral-See – die usbekischen Flieger dürfen nach wie vor über Russland fliegen. Ab 16:00 Uhr wurde es dann bereits dunkel. Wir waren ja zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall schon zwei Stunden unserer Zeit voraus. Wir sind teilweise in 12500 m Höhe geflogen und immer so zwischen 800 und 1000 km/h.

Ich hatte ein ausgesprochen nettes junges Pärchen neben mir sitzen. Eine 21-jährige Usbekin Amina und ihr gleichaltriger Mann, der aus Albanien stammte. Beide sprachen hervorragend Deutsch und wollen vor der Geburt ihrer kleinen Tochter noch einmal die Eltern von Amina in Taschkent besuchen. Am Ende tauschten wir sogar noch ein paar Euro in Som, damit ich zumindest etwas einheimisches Geld hatte für den ersten Einstieg.

Pünktlich kurz vor 21 Uhr Ortszeit, also drei Stunden später als zu Hause, landeten wir in Taschkent.

Die ganze Einreiseprocedur ging reibungslos und relativ schnell. Ich habe nun sogar einen usbekischen Stempel im Reisepass! 😉

Beim Warten auf den Koffer kamen schon die ersten WM-Volonteers und sammelten uns ein. Insgesamt hatten sie aber die Ruhe weg und es dauerte… Ich fuhr dann mit meinen japanischen Kollegen zusammen zum Hotel.

Der erste Eindruck von Taschkent war bereits beeindruckend. Alles ist sehr großzügig und schick.

Es dauerte etwas, bis wir so alle einsortiert waren, aber insgesamt ist es sehr schön hier, schick und ruhig.

Gegen Mitternahct fiel ich dann in mein Bett. Es war ein langer Tag.

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